Neue Auszubildende an der wiedereröffneten Handwerkerschule in Mubumbano bei Butare.

Projekt in den Jahren 2020 bis 2022

Der Vorstand unseres Fördervereins hat auf Bitten der Diözese Butare beschlossen, das Projekt „Welfare promotion of unmarried young mothers“ (Förderung von unverheirateten jungen Müttern) zu finanzieren.

Die Diözese Butare liegt – mit Ausnahme der Stadt Butare - einer der ländlichen Bezirke von Ruanda. Eines ihrer Probleme ist eine große Anzahl unverheirateter Mütter. Diese sind arbeitslos und leiden unter bitterer Armut. Oftmals sind sie von ihren Familien verstoßen, da sie ihnen Schande bereiten. Sie sind aufgrund von Mangelernährung ungesund, und ihre Babys können nicht richtig aufwachsen. Eine Untersuchung, die im März 2018 im Bezirk Gisagara durchgeführt wurde, ergab, dass in den Sektoren Ndora und Mugombwa mehr als 50 unglückliche junge unverheiratete Mütter lebten. Das Projekt konzentriert sich zunächst auf die beiden oben genannten Sektoren.

Um das Wohlergehen der oben genannten unverheirateten Mütter zu fördern, ist geplant, an zwei Standorten eine einjährige Ausbildung in Schneiderei und Strickerei für die Mütter anzubieten. Hierzu ist zunächst der Kauf von 16 Nähmaschinen und 4 Strickmaschinen notwendig.
Daneben sollen die jungen Frauen in den Bereichen Unternehmertum (Akazi kanoze), Bekämpfung von HIV / AIDS, Fortpflanzung des Menschen sowie Familienplanung, Hygiene, Ernährung, Kinderrechte und Malariaprävention ausgebildet werden. Die jungen Frauen und ihre Kinder werden während der Dauer des Programmes versorgt und betreut. Das Risiko einer weiteren ungewollten Schwangerschaft wird minimiert.

Um die größte Armut zu überwinden, sollen 50 Ziegen für die Frauen gekauft werden.

Das Projekt ist auf die Dauer von 3 Jahren angelegt.

 GESAMTZIEL DES PROJEKTS

  • 50 junge und unverheiratete Mütter werden zu zertifizierten Näherinnen und Strickerinnen ausgebildet und erhalten zudem in den o. g. Bereichen eine Ausbildung;
  • Ihnen wird ermöglicht, nach der Beendigung der Ausbildung eine Näh- und Strickvereinigungen zu gründen.

 Zur Finanzierung des Projektes ist im ersten Jahr ein Betrag in Höhe von 10.500 €, im zweiten und dritten Jahr der Ausbildung jeweils ein Betrag von 8.125 € erforderlich – eine Herausforderung für unseren Verein; dennoch sind wir davon überzeugt, dass wir diese Aufgabe übernehmen können. Die Nachhaltigkeit dieses Projektes steht außer Zweifel. Schließlich kann 50 jungen Frauen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren die Möglichkeit eröffnet werden, zusammen mit ihren Kindern in der Zukunft ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

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Partnerschaft

Kirchenkreis Saar-Ost

Diözese Butare/Ruanda

 

 

 

Der Kirchenkreis Saar-Ost unterhält seit dem Jahr 1985 eine Partnerschaft mit der Diözese Butare der Anglikanischen Kirche in Ruanda. Erste Kontakte zwischen den Partnern wurden allerdings schon Ende der 70er Jahre geknüpft, und zwar durch den damaligen Bischof Ndandali.

Der zwischen den Partnern abgeschlossene Partnerschaftsvertrag, der 2007 auf weitere 10 Jahre verlängert wurde beinhaltet die gegenseitige Teilnahme an der Lebenswirklichkeit der Partner die gegenseitige Fürbitte in Gottesdiensten, die Feier eines jährlichen „Partnerschafts-gottesdienstes“, der gegenseitige Besuch durch Delegationen und schließlich auch die materielle Unterstützung in Form von Projekten.

Projekte in der Vergangenheit

  •  Kauf von Kühen für Pfarrer.
  • Kauf von Ziegen für bedürftige Witwen: seit dem Genozid im Jahr 1994 wurden bei jedem Besuch in Butare Ziegen für diese gekauft. Allein bei dem Jugendtreffen 2013 in Butare wurden wieder mehr als 60 Ziegen für notleidende Witwen gekauft.
  • Die etwa 1.200 SchülerInnen der drei Sekundarschulen der Diözese werden bei Besuchen mit Lernmaterial versorgt.
  • Kauf von Hacken zur Bestellung der Felder.
  • Kauf von Solarkochern
  • Installation einer Fotovoltaikanlage (Insellösung)
  • Ausstattung einer Informatik-Klasse an der Sekundarschule in Gikonko
  • Hilfe bei der Reparatur des Daches der Sekundarschule in Gikonko nach einem Unwetter.

Schulpatenschaftsprogramm (PAFO)

Nach dem Genozid wurde im Jahr 1996 ein Schulpatenschaftsprogramm ins Leben gerufen, das mittellosen Kindern und Jugendlichen (früher Genozid-Waisen) den Besuch einer Sekundarschule ermöglicht. Diese weiterführenden Schulen sind schulgeldpflichtig. Sponsorinnen und Sponsoren ermöglichen es z. Zt. 215 bedürftigen Jugendlichen, die 3 Sekundarschulen in Butare, Rusatira und Gikonko zu besuchen. Von dem monatlichen Beitrag in Höhe von 15 € wird das Schulgeld (einschließlich Internat), der Kauf der Schuluniform sowie der Lernmittel und auch die Versorgung bestritten .

Handwerkerschule in Mubumbano

Mit Beginn des Jahres 2013 wurde mit dem Bau und der Einrichtung der seit mehr als Jahren geplanten Handwerkerschule begonnen. Hierbei leistet der Kirchenkreis Saar-Ost einen  nicht unwesentlichen finanziellen Beitrag. Die Fertigstellung von 2 Werkstätten für die Fachrichtungen Schreinerei und Bauhandwerk war Ende 2013. Daneben wurden zwischenzeitlich 3 Klassenräume, ein Verwaltungsgebäude mit Bibliothek und ein Hangar, eine Toilettenanlage fertiggestellt. Mit der Ausbildung in der Fachrichtung SchneiderInnen und BauhandwerkerInnen wurde bereits begonnen. Neben dem Erlernen eines Handwerker-berufes werden die jungen Frauen und Männer zudem in Englisch und Informatik ausgebildet und ihnen sollen Methoden einer nachhaltigen und effektiven Landwirtschaft vermittelt werden.

Die offizielle Eröffnung der Schule war am 13. 07. 2014. In der Zwischenzeit konnten Kurse in anderen Fachrichtungen wie lederverarbeitendes Gewerbe, Schlosser, Schweißer, Friseurhandwerk eingerichtet werden werden. Die Schule wurde mit Mitteln unseres Vereins mit Elektrizität versorgt.

In diesem Jahr soll die Schulanlage erweitert werden, indem das Küchenhaus fertiggestellt wird und zusätzliche Toiletten und Waschmöglichkeiten gebaut werden. Die für etwa 50 Azubis erbaute Schule platzt aus allen Nähten, da zwischenzeitlich 135 Jugendliche zur Ausbildung angemeldet sind.

Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme an der Graduierungsfeier von 45 jungen Frauen und Männern an der Handwerkerschule in Mubumbano bei unserem Besuch im Juli 2016, ebenso wurden im Jahr 2018 75 HandwerkerInnen diplomiert.

Die Schule war mit Geld des Kirchenkreises Saar-Ost und der Vereinten Evangelischen Mission sowie mit Fördermitteln der saarländischen Landesregierung in den Jahren 2013/2014 erbaut und beim vergangenen Aufenthalt einer saarländischen Delegation im Sommer 2014 eingeweiht worden.

https://youtu.be/E7id_eMalP0

Den graduierten NäherInnenn konnten wir jetzt als Starthilfe zehn Nähmaschinen überbringen – weitere 20 Maschinen sind schon bestellt und werden folgen. Sie wurden von dem vor Jahresfrist ins Leben gerufenen Verein zur Förderung von Partnerschaftsprojekten, „Fasha ngo i Butare – Hilfe für Butare“, finanziert - mit Förderung durch die Saarl. Landesregierung.

https://youtu.be/LtTZN0rJIMA

Kindergarten

Bereits im Jahr 2007 wurde von Seiten der Partner der Wunsch geäußert, einen Kindergarten einzurichten – bis dato gab es eine derartige Einrichtung in der 70.000 Bewohner umfassenden Stadt Butare nicht. Mit Hilfe von privaten SpenderInnen wurden die Geldmittel für einen derartigen Kindergarten mit Krippenplätzen aufgebracht. Einen wesentlichen Beitrag leisteten hierbei die Schülerinnen und Schüler des Gymnasium am Steinwald, die durch einen Wohltätigkeitslauf und einen Wohltätigkeitsball 7.000 € beisteuerten.  Im Sommer vergangenen Jahres  bot die Diözese Butare an, ein Haus und Gelände zur Verfügung zu stellen, wenn wir behilflich sind, den Umbau und die Einrichtung zu finanzieren. Verantwortlich zeichnet die Ehefrau des Bischofs, Frau Florence Gasatura, und ein gebildetes Gremium. Ein Projekt- und Finanzierungsplan liegen vor. Zu Beginn des Jahres wurde mit dem Umbau des Gebäudes begonnen und am 13. 07. 2014 konnte der Kindergarten offiziell eingeweiht werden. Schon nach kurzer Zeit sind 9 Kinder im der Einrichtung angemeldet. Zwischenzeitlich war der Kindergarten allerdiengs für einige Zeit geschlossen und wird jetzt wieder im Geist der Montessori-Pädagogik betrieben.

Jugendaustausch 

Schon vor dem Jahr 1985 fand ein Jugendaustausch in Ruanda statt, an dem auch Jugendliche aus unserem Kirchenkreis teilnahmen. Wegen der unsicheren innenpolitischen Lage in Ruanda zu Beginn der 90er Jahre konnte keine Neuauflage dieser Maßnahme erfolgen.

Im Jahr 2009 fand dann im Saarland erstmals wieder ein internationales Jugendtreffen statt, an dem Jugendliche aus Rubengera/Ruanda, Butare/Ruanda, dem Kongo sowie Namibia und auch Jugendliche aus den jeweiligen partnerschaftlich verbundenen deutschen Kirchenkreisen teilnahmen. Dieser Austausch wurde organisiert durch das evangelische Jugendwerk an der Saar (Frau Zuda-Tietjen) und dem GMÖ-Pfr. Hans Jürgen Gärtner. 

Im Sommer 2010 erfolgte ein Gegenbesuch von 5 jungen Leuten aus unserem Kirchenkreis in Butare. Im Jahr 2012 wurde erneut ein Jugendtreffen in Deutschland organisiert. 5 ruandische und 5 deutsche TeilnehmerInnen arbeiteten drei Wochen zu Themen, die für beide Länder und Kulturen interessant sind. Im Sommer 2013 erfolgte ein Gegenbesuch in Butare.

Neben einem interkulturellen Lernen, dem Kennenlernen der jeweiligen Lebenswirklichkeit (Geschichte, Kultur, Alltagsleben) arbeiteten die jeweils 5 ruandischen und deutschen jungen Leute drei Wochen lang an für beide Seiten interessanten Themen wie Gendergerechtigkeit, Klimawandel, erneuerbare Energien, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Umgang der Gesellschaften mit sozialen Randgruppen und Vielem mehr.

Im Mai des vergangenen Jahres weilte ich zum wiederholten Male zusammen mit meiner Ehefrau und 2 weiteren Personen in Ruanda. In der Zeit unseres Besuches konnten wir an der Graduierung von 75 jungen Frauen und Männern teilnehmen, die an der Handwerker-schule in Mubumbano ausgebildet wurden. Auf meiner Partnerschafts-Homepage www.kirchenkreissaarostbutare.de finden Sie einen Reisebericht mit vielen Bildern. Daneben können Sie sich auch auf meinem facebook-account https://www.facebook.com/Kirchenkreissaarostbutarechapsode ausführlich informieren.

Im Übrigen habe ich auf meiner o. a. Homepage sowie meinem o. a. facebook-account viele Bilder und Informationen über unsere Partnerschaft eingestellt.

Ich würde mich darüber freuen, wenn meine Schilderungen zu unserer Partnerschaft und unserer Arbeit auf Ihr Interesse stoßen.